Einmal den Blick in und aus einem Tower an einem Verkehrsflughafen!

Am 14. Juni 2018 hatten wieder 8 Mitglieder des FCN die Möglichkeit, die Arbeit der DFS im Tower am Flughafen Nürnberg hautnah mitzuerleben. Hr. Stahlschmidt (DFS) hatte die DFS und dann speziell den Tower vorgestellt. In Langen bei Frankfurt betreibt die DFS die größte Radarkontrollzentrale Europas.

Von den rd. 5400 MA (Mitarbeitern/innen) der DFS sind etwa 2000 Fluglotsinnen und Fluglotsen. Sie werden an den 16 internationalen Flughäfen Deutschlands und in den 4 Radarkontrollzentralen für den unteren und oberen Luftraum eingesetzt und haben in 2017 etwa 3,2 Mio. IFR-Flüge kontrolliert.

Bei der DFS am EDDN-Tower sind derzeit 30 MA (davon 20 Fluglotsen) angestellt. Der Tower, 45 m hoch, wurde im Jahr 1999 mit einer Investition von gesamt 45' Mio. DM erstellt.Allein die Technik im Tower hatte dabei einen Wert von 22' Mio. DM.

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Hinzu kommen die technischen Außenanlagen, die zur Flugsicherung notwendig sind. Besetzt ist der Tower normalerweise mit 2 Fluglotsen, die rund um die Uhr im Jahr ca. 53.000 IFR und 9.800 VFR Flugbewegungen kontrollieren und koordinieren.

Die Ausbildung zum Fluglotsen beträgt 3 Jahre und findet in Langen und am späteren Einsatzort statt. Das Eignungs- und Auswahlverfahren in Hamburg dauert max. 1 Woche. Statistisch betrachtet bestehen nur ca. 5 % die Tests.
Der Bedarf liegt derzeit bei ca. 60 - 80 Fluglotsen pro Jahr. Das Eintrittsalter sollte zwischen 18 und 24 Jahren liegen. Nähere Informationen zum Berufsbild und der Ausbildung unter www.dfs.de.

Während der Ausbildung wird eine Ausbildungsvergütung bezahlt. Nach erfolgter Ausbildung beträgt das Anfangsgehalt zwischen € 6.100,-- und € 8.500,-- im Monat je nach Einsatzort. Die Arbeitszeit beträgt 38,5 Stunden/Woche, die Boardzeit am Stück liegt je nach Einsatzort bei 2 - 3,5 Stunden.

Nach der allgemeinen Vorstellung war dann rd. 1 Stunde Zeit, im klimatisierten Tower den Fluglotsen bei der Arbeit über die Schulter zu schauen und auch Fragen zu stellen. Beeindruckt hat uns dabei besonders die ruhige und freundliche Arbeitsweise der Fluglotsen, die wir aber auch schon vom Funk her kennen.

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Hr. Stahlschmidt und die Fluglotsen haben gute Erfahrungen mit den VFR-Piloten aus EDQH. Wenn es die Verkehrslage zulässt sind wir PPLer auch gerne zu Flügen in und durch die Kontrollzone willkommen. Man bat aber auch um Verständnis, wenn auf Grund der Verkehrslage auch mal "nein" gesagt werden muss. Wir alle sollten stets die Anweisungen der Fluglotsen genau befolgen und lieber nochmals nachfragen. Je professioneller wir Kontakt aufnehmen, desto besser.

Vielen Dank an Hr. Stahlschmidt und die anwesenden Fluglotsen im Turm für die freundliche und ausführliche Betreuung und Beantwortung aller Fragen während unseres Besuches.


Gez. Hans-Peter Seifert